Was bedeutet das Wort Budo?

BUDO ist der Überbegriff für japanische Kampfkunstmethoden (Karate-Do, Judo, Aikido, Kendo etc.), die sich unter dem Aspekt des Weges (Do) aus dem Bujutsu (Techniken des Krieges) entwickelten.

Als tödliche Kampfmethoden haben sich die Techniken des Bujutsu über Jahrhunderte hinweg geformt, doch erst durch ihre Verbindung zum Zen (Anfang des 17. Jahrhunderts) erhielten sie ihren ethischen bzw. philosophischen Inhalt und konnten sich zum Budo (dem Weg des Kriegers) formen.

Das Wort Budo besteht aus zwei chinesischen Charakteren, Bu, das soviel bedeutet wie "etwas zu stoppen", einen Konflikt zu stoppen und Do, ein Weg oder eine Lebensphilosophie. Mit den Worten von Meister Funakoshi: "Da Karate-Do auch Budo ist, sollte man dies auch stets bedenken und die Fäuste niemals unachtsam einsetzen".

Die Psychologie des Budo zielt, nachdem vorher mehrere Bewußtseinsebenen durchschritten wurden, letztlich auf ihre höchste Herausforderung: auf das Akzeptieren der Unvermeidbarkeit des eigenen Todes. Die jahrelange, praktische Auseinandersetzung mit dem Tod und den damit zusammenhängenden Themen bewirkt im Übenden einen ausgeprägten Sinn für Realitäten im gegenwärtigen alltäglichen Leben und verändert seine Haltung in Bezug auf sich selbst, auf den anderen und das Leben selbst. Dies ist die unumgängliche Voraussetzung für eine wirkliche Konfrontation (Shiai), bei der es keinen ersten und zweiten Platz gibt, denn der Zweite ist dann tot. Durch diese Auseinandersetzung mit dem Tod und das Verlieren der Angst vor dem Sterben wird man ohne Angst um das eigene Leben kämpfen - frei von jeder Angst, Emotion oder Nervosität.