Ist der 9. Dan das Ende des Weges?

Nein, keineswegs.

Es ist nicht immer einfach, wenn man Denkweisen unserer westlichen, modernen und technologisierten Welt verwendet, etwas zu verstehen, was mit diesen Parametern nicht zu erfassen ist. In unserer Welt ist man es gewohnt, etwas aus einem bestimmten Grund zu machen, einen bestimmten Erfolg zu erzielen (möglichst offensichtlich), eine bestimmte, möglichst kurze, Zeit dafür zu brauchen und ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Im Karate funktioniert das nicht.

Im Karate gibt es kein ultimatives Ziel, keine festgelegte Zeitspannen, die es einzuhalten gilt. Karate ist Selbstzweck und kein Mittel zum Zweck. Natürlich muß man auch in diese Denkweise hineinwachsen, deshalb gibt es im Karate ja auch für den Anfänger die verschiedenen Gürtelgrade, mit verschiedenen Farbe etc., die ihm als Motivation dienen kann und soll. Aber nur am Anfang. Vom Fortgeschrittenen erwartet man sich, daß er für diese Art von Motivation in seinen Gedanken keinen Platz mehr findet, deshalb gibt es später auch nur mehr die schwarze Farbe des Gürtels.